Pressemitteilung Digitales Fernsehen im Amateurfunk Digitales Amateurfunk-Fernsehen (DATV) wird - wie derzeit schon im Fernsehrundfunk zu beobachten - analoge Fernseh-Übertragungsverfahren mittelfristig ablösen. Die wesentlichen Vorteile der digitalen Technik sind in einer vergleichsweise geringen Übertragungsbandbreite sowie einer größeren Reichweite und besseren Bildqualität bei gleicher Sendeleistung zu sehen, ferner bietet sich eine Kombination mit anderen digitalen Betriebsarten im Amateurfunk wie z.B. Packet-Radio (Datenübertragung) an. Im Dezember 1998 wurde an der Bergischen Universität Wuppertal die Arbeitsgruppe "DATV" unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Uwe Kraus, DJ8DW, gegründet. Basierend auf den dortigen technischen Vorarbeiten für die US-HDTV-Entwicklung, die DVB-S-Norm und erfolgreichen Ausbreitungsversuchen auf 434 MHz (erste DATV-Übertragung über 100 km) sollte die Geräteentwicklung voran getrieben werden. Die Beschäftigung mit DATV bringt die beteiligten Funkamateure mit den modernsten Systemen der Bildkommunikation auf technischer Ebene in Kontakt. Mit Unterstützung des Deutschen Amateur-Radio-Club e.V. (www.darc.de), der Arbeitsgemeinschaft Amateurfunk-Fernsehen e.V. (www.agaf.de) und von Einzelpersonen wurden mehrere DATV-Sender und -Empfänger für den 434 MHz- Amateurfunkbereich gebaut und in Feldversuchen durch engagierte Funkamateure erprobt. Bei diesen Geräten der 1. Generation wird die im Mobilfunk bewährte GMSK-Modulation verwendet, während in einer weiterentwickelten Variante (3. Generation) zusätzlich die beim digitalen Satelliten-TV bewährte QPSK-Modulation mit höherer Bildqualität aktivierbar ist. Außerdem ermöglichen neue hochintegrierte MPEG2-Coder und -Decoder- Bausteine jetzt auch Funkamateuren, digital Live-TV zu senden und zu empfangen. Aktualisierung: Ein erster Feldversuch lief zeitweise im Kölner Raum bei 1255 MHz in Verbindung mit einem Amateurfernseh-Umsetzer mit hoher Reichweite (DB0KO). Der somit mögliche direkte Vergleich zwischen FM-ATV (Sendeleistung: 20 W, Bandbreite: 18 MHz) und DATV (Sendeleistung: 10 W, Bandbreite: 6 MHz) zeigte in 40-50 km Entfernung bei FM ein stark verauschtes Bild, während die Bildqualität bei DATV perfekt ist. Der Empfang ist mit einer handelsüblichen digitalen Set-Top-Box für DVB-S und einer 23 cm-Richtantenne möglich. Eine Kleinserie der Baugruppen von 100 Stück wurde inzwischen an Amateure im In- und Ausland geliefert und ist auch in ATV-Umsetzern im Einsatz. Ein 70cm GMSK-Empfänger ist als Prototyp fertig, ein OFDM Exciter für DVB-T wurde gebaut und im Feldversuch erfolgreich erprobt, eine preiswertere Version für DATV wird noch entwickelt. Ausführliche Informationen unter http://www.datv-agaf.de