Die Fernschreibbetriebsarten:
    RTTY, AMTOR, PACTOR
    
     Die Fernschreibbetriebsarten dienen zur Uebermittlung von Schrift.  Man unterscheidet verschiedene Verfahren:

    Klassisches RTTY  Der Zeichensatz unterscheidet keine Gross- und Kleinschreibung. Der  Vorrat an Satz- und Sonderzeichen ist aeusserst beschraenkt. Einige  Nachrichtenagenturen strahlen heute noch auf diese Art ihre Rund-  sendungen aus. So macht sich auch der Amateurfunk die Einfachheit des  Verfahrens zunutze, um moeglichst viele Stationen auch ueber die  Landesgrenzen hinweg zu erreichen.  Zur Geraeteausstattung gehoerten Anfang der 60er Jahre beim Funkamateur  Fernschreibmaschinen mit mechanischem Druckwerk. Dazu kamen in den 70er  Jahren Bildsichtgeraete und Tastaturen mit elektronischer Zeichenaufbe-  reitung. Heute wird meist ein Personalcomputer mit Drucker verwendet,  der zusaetzlich empfangene oder zu sendende Texte speichern und aufbe-  reiten kann.


    AMTOR  Seit Anfang der 80er Jahre wird zunehmend das AMTOR genannte Verfahren  beim Amateurfunk eingesetzt. Die Funkuebertragung gleicht dem im See-  funk ueblichen Fernschreibverkehr mit Schiffen. Die empfangende Sta-  tion sendet dabei laufend Quittungszeichen. Stoerungen werden groess-  tenteils erkannt und nach Rueckfragen automatisch korrigiert. Dieses  Verfahren wird deswegen ARQ genannt (automatic request = automatische  Rueckfrage). Kann die Gegenstation nicht senden, weil man beispiels-  weise einen CQ-Ruf an alle sendet, wird, statt auf Rueckfragezeichen  zu hoeren, die Sendung zeitlich versetzt wiederholt. Dieses Verfahren  heisst FEC (forward error correction).
    PACTOR  PACTOR ist ein von Funkamateuren neu entwickeltes Verfahren, das sich  auf Grund seiner wesentlichen Vorteile immer staerkerer Beliebtheit  erfreut. PACTOR basiert auch, wie AMTOR, auf dem Prinzip der automati-  schen Rueckfrage. Durch eingebrachte Innovationen konnte jedoch das  Verhalten bei starken Stoerungen oder schwachen Signalen wesentlich  verbessert werden.  Die Fernschreibsignale werden als Toene mit abwechselnd zwei verschie-  denen Frequenzen ueber SSB-Geraete empfangen und gesendet. Zwischen PC  und Transceiver ist ein Konverter, bzw. fuer AMTOR und PACTOR ein spe-  zieller Controller zu schalten. Entsprechende Geraete bietet der Fach-  handel an, koennen aber auch im Selbstbau erstellt werden.  Fernschreib-Betrieb wird entsprechend dem Bandplan der IARU auf Kurz-  wellen-Frequenzen abgewickelt, die zwischen dem Telegraphie- und dem  Telephonie-Bereich des jeweiligen Bandes liegen. Innerhalb dieser  RTTY-Frequenzen verwenden AMTOR-Stationen hauptsaechlich die niedrige-  ren Frequenzen, waehrend RTTY den oberen Bereich bevorzugt. Fuer AMTOR  sind die Frequenzen 3588kHz und 14075kHz als reine Anruffrequenzen  vorgesehen. Der cq-Ruf erfolgt im Modus FEC, der Verbindungsaufbau im  Modus ARQ. Fuer PACTOR dienen die Frequenzen 3583.7kHz, 14079kHz und  28079kHz als Anruffrequenzen.


    Link: RTTY-Station im Bild