Zum Editorial im neuen TV-AMATEUR --------------------------------- Darauf haben wir ja warten können, dass die kommerziellen Nutzer, sobald sie mit dem ganzen von ihnen angerichteten Wellensalat nicht mehr zurecht kommen, uns Funkamateuren ans Leder wollen. Inzwischen hat sich in meiner Nachbarschaft sehr viel 433 MHz-Müll angesammelt. Ich baue gerade eine neue Relaisfunkstelle auf und wunderte mich eine ganze Weile lang, warum mein Relaisempfänger immer wieder merkwürdige Sachen von sich gibt. Ich hatte erst den eigenen Relaissender in Verdacht und habe ihn auf unerwünschte Schwingungen untersucht. Dann untersuchte ich die Empfängereingangsstufen. Alles i.O. Dann fiel mir auf, dass die Störungen ziemlich regelmässig im 30s- bzw. 60s-Abstand auftreten und habe mir darauf hin mal den ISM-Bereich näher angesehen. Dort piept und fiept es quasi ständig, wegen all diesen "praktischen" Billigstanwendungen. Sehr erstaunt war ich dann, als mir auffiel, dass es offenbar ISM-Empfänger von Funkthermometern gibt, die ein breitbandiges Rauschspektrum aussenden. Diese Dinger sind so in der Art wie Pendelempfänger aufgebaut, sehr breitbandig und kurz vor dem Schwingen. Das HF-Rauschen wird über die eingebaute Empfangsantenne abgestrahlt und hebt bei mir den normalen Rauschpegel im gesamten 70cm-AFU-Band um gut 10 bis 15 dB an. Zur Stromersparnis schalten sich diese Empfänger nach dem Empfang des Thermometersignals ab, um sich nach ca. 30s, kurz vor Aussendung des nächsten Thermometersignals, wieder einzuschalten. In diesem Moment wird wieder die Rauschglocke ausgesendet. Nun kommts aber noch dicker: Wenn diese Empfänger z.B. mein Relaissignal empfangen, verändert sich dieses Rauschsignal in ein frequenzinstabiles Linienspektrum, und wie es der Teufel will, fällt eine dieser Linien genau auf den Empfangskanal meiner Relaisfunkstelle. Wie sich das dann anhört, muss ich glaube ich nicht näher beschreiben. Ein fürchterliches Gequietsche und die Rauschsperre geht nicht mehr zu. Der Relaissender fällt nicht mehr ab. Bei der Firma Pollin habe ich mir ein paar Funktürglocken gekauft und siehe da, die haben die gleichen Rauschempfänger im Einsatz. Auch bei diesen bilden sich instabile Störlinien aus, sobald ein weiteres Funksignal hinzu kommt. Ich habe darauf hin Messungen an die Marktaufsicht der BNetzA (Herr K. E.) geschickt, mit dem Antrag auf Marktverbot. Das war im November letzten Jahres. Leider hat es die BNetzA nicht für nötig befunden, mir darauf, selbst auf wiederholte Nachfrage hin, zu antworten. Ich kann das nur so deuten, dass ein Funkschutz für uns Funkamateure bei der Behörde nicht von Bedeutung zu sein scheint. Oder die Behörde hat schlicht und einfach die Kontrolle über die auf den Markt gebrachten "Produkte" verloren und will sich nun dazu lieber nicht äussern. Meine Messungen dazu sind unter http://dl8mcg.wordpress.com/ zu finden. Ich bin wegen dieser Sache auch mit dem DARC in Kontakt, der bereits ebenfalls bei der Marktaufsicht nachgehakt hat. Vy 73 de Hans, DL8MCG