Vor 100 Jahren -------------- Am 17. März 1908 wurde zum ersten Mal die Bildtelegrafie eingesetzt, um einen Kriminellen dingfest zu machen. Ein so übertragenes Fahndungsfoto im englischen "Daily Mirror" führte zur Verhaftung eines französischen Juwelendiebes. Das früheste Verfahren zur Bildtelegrafie, das auf den Halbleiter-Eigenschaften von Selen basierte, wurde von Arthur Korn zwischen 1901 und 1907 entwickelt. Als Lichtquelle kamen Nernstlampen zum Einsatz. In ihnen glühte ein Magnesiumstäbchen, ihr Licht war bei gleichem Energieeinsatz wesentlich heller als das von Kohlenfadenlampen. Benannt wurde sie nach ihrem Entwickler Walther Hermann Nernst (1864 - 1941; Nobelpreistraeger 1920). Ein Foto wurde auf einen transparenten Film belichtet. Dieser wurde auf einen Glaszylinder gezogen und darauf zeilenweise abgetastet. Ein Spiegel im Inneren des Zylinders warf das Licht auf eine Selenzelle. Am Zielpunkt wurden die elektrischen Signale wieder in Licht umgewandelt, mit dem ein Film auf einem entsprechenden Glaszylinder belichtet wurde. Die erste telegrafische Bildübermittlung nach Korns Verfahren erfolgte von München nach Nürnberg im Jahr 1904 und dauerte 44 Minuten. Die Qualität der übermittelten Bilder blieb zunächst aber für praktische Anwendungen ungeeignet. Erst 1906 gelangen Übertragungen in ausreichender Qualität und in nur noch 10 bis 15 Minuten nach dem Korn-Verfahren. Im November 1907 begannen regelmäßige Übertragungen zwischen Paris, Berlin und London. Das erwähnte erste Fahndungsfoto wurde in zwölf Minuten von Paris nach London übertragen. 1923 wurde erstmals ein Bild von Rom nach New York über den Atlantik geschickt. (Sachsen-Anhalt-RSP)