Um auf 13 cm FM-ATV-Signale empfangen zu können, gibt es verschiedene
Möglichkeiten: Man kann sich natürlich mit dem Aufbau eines 13cm-Konverters
beschäftigen, der das 2.4GHz Band auf eine 480 MHz oder 70 MHz ZF umsetzt
und dort dann weiter verarbeitet wird. Heute aber lohnt der Eigenbau bis
auf Ausnahmefälle kaum noch.
Auch hier, wie schon auf 23cm, nimmt die verbreitete FM-TV Satelliten
Technik dem Funkamateur weitgehend die Bastelarbeit ab.
Im Blockdiagramm für den 23cm-Empfang ist für den 13cm Empfang einfach
der Antennen - Vorverstärker durch ein S-Band LNC zu ersetzen.

Das hier abgebildete LNC steht für die vielen S-Band LNCs anderer
Firmen. Sie unterscheiden sich technisch alle nur geringfügig,- meist in
der Selektion (Filter) etc.,- aber vor allem im Preis. Seitdem das Interesse
am Empfang des Arabsats-TV-Satelliten wegen der nun zahlreichen arabischen
Sendern im 4 GHz und 11 GHz Bereich zurückgegangen ist (oder sendet gar
Arabsat heute nicht mehr ?), sind diese Baugruppen meist preisgünstig in
einer Größenordnung von 100 bis 200 DM zu haben.
Allgemeine technischen Daten:
Original sind die LNCs für den Bereich von 2500 bis 2700 MHz gedacht, jedoch stellte sich bei Messungen eine zu vernachlässigende Verschlechterung von Rauschzahl und Durchgangsverstärkung (eh mehr als genug) im Bereich von 2300 bis 2400 GHz (13cm-ATV-Bereich) heraus. Die Eingangs-, die Verstärker- und die Misch- Stufe etc sind so breitbandig ausgelegt, daß leider daher auch bei nahe gelegenen, kommerziellen Rundfunkstationen es zu unerwünschten Effekten kommen kann.
Man beachte, daß anders als bei den 11 GHz LNCs die Oszillator-Frequenz
oberhalb der Empfangsfrequenz schwingt. Dadurch nämlich wird die Videopolarität
verändert und man bekommt mit seinem TV-Sat Empfänger kein brauchbares
Bild zu Gesicht.
Ein Eingriff im Sat-Receiver ist daher nötig. Meist stellen aber die
gängige Videoverstärker ICs im Sat-Receiver einen postiven und negativen
Videoausgang zur Verfügung. Es ist nötig den invertierenden Videoausgang
des ICs z.b. für die Weiterleitung zum HF-Modulator zu beschalten.
Durch den oberhalb schwingenden Oszillator muß man für den FM-ATV Empfang auf beispielsweise 2400 MHz eine ZF am Sat-Receiver von 1250 MHz einstellen ! Unter Umständen kann so bei Relaisbetrieb das eigene ausgesendete 23cm-Signal Störungen auf der ZF-Ebene des S-Band LNCs verursachen. Bedenkenlos kann man in diesem Fall die Oszillatorfrequenz des LNCs verändern. Im oben gezeigten Bild ist der Oszillator (DRO) leicht zu erkennen (links im LNC). Durch Drehen der Schraube (Schlitz deutlich zu sehen) kann die Frequenz des Oszillators gezogen werden.

Sehr populär wegen der großen Bandbreite und der geringen Abmaße ist
die Loop-Yagi. Eine ca 1.7m lange Yagi (hier: 33 Elemente) erreicht schon
sichere 18dBd.
Parabolantennen eignen sich natürlich besonders für 13cm,- der dargestellte
"Löffel" hat einen Durchmesser von 1.2m.
Unter allen Umständen aber sollte man das LNC direkt am Fußpunkt der Antenne anbringen. Während die Installation der 23cm Vorstufe bei Kabellängen von max. 20m unter Hinnahme einer etwas schlechteren Empfangsqualität noch im Hause vorgenommen werden kann, sind die Einbußen auf 13cm untragbar. Zusätzlich zu der ca 10dB größeren Streckendämpfung auf 13cm im Vergleich zu 23cm würde nämlich durch die Kabeldämpfung, die Rauschzahlverschlechterung und die Impedanz - Transformationen die Empfangs-Reichweite weiter erheblich sinken.
Daß nur mit N- Steckernorm (oder besser) sowie nur sehr verlustarmes
Kabel (ab H100) verwendet werden sollte, versteht sich von selbst.
Dann aber wird das 13cm-Band für einige Überraschungen gut sein,- sehr
oft sind beachtliche Überreichweiten bemerkt worden, während auf 23cm eine
normale Ausbreitung herrschte...
Also: viel DX und rauschfreien Empfang sowie viel Freude am ATV-Hobby
!
VY 73 de Johannes (DL4EBJ)
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